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Reviews Mainzer Rheinzeitung 25th of April 2008
Gieshoff gab Einstand als "junges Talent"
Mainzer Komponist und Pianist eröffnete die neue Veranstaltungsreihe im Kurhaus Menschel
MEDDERSHEIM. "Forum junger Talente" heißt die neue
Veranstaltungsreihe in "Menschels Kul(t)inarium". Im Tennensaal stellte
sich ein herausragendes Talent vor: Arne Gieshoff aus Mainz. Als
Pianist und Komponist geht er eigene Wege. Der musikalischen Kunst
nachzuspüren, gelang ihm spontan und überzeugend. Dabei mutete er sich
an diesem Abend ein exklusives Programm zu, das selbst manch
hartgesottenem Tastenlöwen einiges abverlangt hätte. Zwei
Eigenkompositionen gab's zu hören - "Tanz" und
"Lied". In diese persönliche "Aufforderung zum Tanz" schienen sich denn
auch jugendliche Kompromisslosigkeit und schöpferische Revolte zu
mischen. Dann folgte Wohltemperiertes: ein warm leuchtendes und zart
austariertes Präludium und eine der grandiosen Riesenfugen aus Bachs
gleichnamigem Werk (BWV 885). Und wieder pausenlos - mit Gespür für ein anderes großes Genie - eine blutvolle Interpretation einer der derzeit wiederentdeckten Haydn-Sonaten
(Hob. XVI: 15). Ruhe und Sturm, Frische und Poesie wurden beim
angeblich nur "zierartverliebten Papa Haydn" lebendig und rissen das
Publikum mit.
Wie war da der Übergang zum sinnenfrohen und doch so traumhaften
Impressionismus zu schaffen? Auch das gelang dem Klavierpoeten:
Debussys Préludes (Nr. XI & XII) reflektierten Sonnenwärme und
Farbe.
Schließlich - diesmal nach einer Pause - war die wohl schon sprichwörtliche Fantasie der Fantasien zu hören, Schuberts Wanderer-Fantasie
(D 760). Sehnsucht, Verhaltenheit, Resignation und schmerzhafte
Aufschwünge: all dies bündelte sich zum Ganzen. Der Zuhörer ging mit
auf Wanderung, und Hausherrin Monika Menschel dankte im Namen des
begeisterten Publikums für "junge Kunst".
Nikolaus Furch
Allgemeine Zeitung 4th of May 2007
"Nachtreise" mit Schubert
Luxembourg Sinfonietta mit zeitgenössicher Musik im Frankfurter Hof
Cek. Eine Gelegenheit, zeitgenössische Musik live zu erleben, bot die "Luxembourg Sinfonietta" in ihrer musikalischen Reise durch die Stadt und die Großregion Luxemburg, die auch als Kulturhauptstadt 2007 fungiert. So fand im Frankfurter Hof eine Uraufführung von Auftragskompositionen statt, deren Schöpfer je zwei junge Künstler aus den Regionen Rheinland-Pfalz, Lothringen, dem Saarland und Luxemburg sind.
Dank bestehender Beziehungen zwischen der Hochschule für Musik Mainz und der Hochschule für Musik Saar sowie den Konservatorien der Städte Metz, Nancy, Luxemburg, Esch-sur-Alzette und Lüttich war eine Kooperation mit dem Komponisten und Direktor der Luxemburger Gesellschaft für zeitgenössische Musik, Marcel Wengler, naheliegend: Dem Projekt "Grenzenlos" stand nichts mehr im Weg.
Die Werke "Polychromie" von Jürgen Blume, Rektor der Hochschule für Musik Mainz, sowie "Nachtreise" von Arne Gieshoff, ein noch nicht mal 20-jähriger Ausnahme-Komponist und Pianist, sind die rheinland-pfälzischen Beiträge, und sie können sich hören lassen. Die Arbeit des mehrfachen Preisträgers des Bundeswettbewerbs "Komposition", ausgeschrieben von der "Jeunesse Musicales Deutschland", ist geprägt von einem selbstbewussten Umgang mit der mittlerweile ja auch schon auf tradierte Formen zurückgreifende Gattung "zeitgenössische Musik". In "Nachtreise" wartet er eben nicht mit einer Vielzahl besonders schriller Töne - wie etwa der wesentlich ältere Francois Bousch in dem ebenfalls zu Gehör gebrachten "Graoully" - auf. Sondern Gieshoff wählte Schuberts Klaviersonate A-Dur als wichtigen Weggefährten seiner Komposition, der ihm "sowohl in Aspekten der Form als auch musikalisch-inhaltlich bedingt als Modell diente", so Gieshoff über "Nachtreise".
Wild, aber von einer verlässlichen Rhythmik bestimmt, gibt sich "e/statico" von der 1977 in Russland geborenen Natalya Chepelyuk. Das Soloklavier, gespielt von Inci Yakar (wie Chepelyuk von der Hochschule für Musik Saar), dominiert mit seiner perkussiven Ostinato-Textur und suggeriert gemäß dem Wortspiel in seinem Titel statische Extase. Ein Widerspruch? Bei genauerem Hinhören nicht unbedingt.
Allgemeine Zeitung 17th of June 2006
Lokales Mainz
Genremix wie zu Mozarts Zeiten
"Konzert für junge Leute" im Staatstheater
Von
Siegfried Kienzle
"Mozart und die Folgen" - so lässt sich das "Konzert für junge Leute" im Staatstheater zusammenfassen. Drei Werke des musikalischen Jahresregenten Mozart verbindet die Dirigentin Catherine Rückwardt mit Frédéric Chopins Variationen für Klavier und Orchester über "La ci darem la mano" (Reich mir die Hand, mein Leben) aus dem "Don Giovanni".
Wie es zu Mozarts Zeit in den "Musikalischen Akademien" üblich war, mischt das Programm diesmal die unterschiedlichsten Genres. Da steht die Sinfonie neben einer Gesangsszene, das Klavierkonzert neben der Ouvertüre. Janice Creswell (Zerlina) und Richard Morrison als vokal eher zahmer Don Giovanni singen das Verführungsduett "La ci darem" im musikalischen Wechselspiel zwischen Drängen und Zurückweichen.
Auf das Thema des Duetts hat der 17jährige Chopin sein Opus 2 geschrieben: fünf Variationen für Klavier und Orchester. Der Orchesterpart ist so unauffällig untermalend, dass das Werk von den Pianisten oft als Solostück präsentiert wird. Der junge Mainzer Pianist Arne Gieshoff (Jahrgang 1988), ausgebildet am Peter-Cornelius-Konservatorium und Gewinner des Wettbewerbs "Jugend musiziert", stellt sich souverän den virtuosen Herausforderungen. Subtil entwickelt er das b-Moll-Adagio, effektvoll rollt die Schluss-Polonaise dahin.
Zum Höhepunkt wird die Zugabe. Gieshoff, der auch Komposition studiert, spielt eine Eigenkomposition. In dieser Klangimpression tropfen zarte, isolierte Töne im Diskant herab in die Mittellage, gewinnen erst allmählich festere Struktur und Dichte.
Mozarts g-Moll-Sinfonie KV 550 liegt Rückwardt besonders am Herzen. Vor zwei Jahren hat sie das Werk mit dem Kammerorchester im Landesmuseum aufgeführt. Auch mit dem Staatsorchester Mainz gelingt eine schlüssige Wiedergabe. Aus dem schroffen Wechsel der Tonarten, den insistierenden Wiederholungen klingen Verstörung und Düsternis. Mozarts deprimierende Lage drei Jahre vor seinem Tod bestimmen die Musik. Im Es-Dur-Andante mit den Motivanklängen an die Tamino-Arie betont Rückwardt die schwärmerische Empfindsamkeit. Heiteres Gegenstück zu diesem Spätwerk ist die Ouvertüre zur Oper "La finta giardiniera", die Mozart 1774 schrieb.
Allgemeine Zeitung 18th of October 2005
Lokales Mainz
Prokofjew zum Debüt mit Orchester
Der 17-jährige Pianist Arne Gieshoff tritt am Mittwoch als Solist mit PCK-Orchester auf
Auf Anhieb gewann der 17-jährige Pianist Arne Gieshoff einen ersten Preis bei "Jugend musiziert", nun gibt er mit einem schwierigen Prokofjew-Konzert sein Debüt mit dem Orchester des PCK.
Von
Daniel Honsack
Der dreiseitige Lebenslauf weist beeindruckende Stationen auf. Und wenn man von einem 17-Jährigen ein solches Werk in die Hand gedrückt bekommt, liegt die Befürchtung nahe, dass man es mit einem Menschen zu tun bekommen könnte, der es sich in einer professionellen Nische gut eingerichtet hat und daraus nicht mehr so schnell herauskommt.
Arne Gieshoff zerstreut im Gespräch schnell solche Vorurteile. Viel zu vielseitig sind seine Talente und Interessen, viel zu selbstverständlich spricht er über Vorteile und Nachteile des Musikeralltags. Der sympathische Pianist aus Niedernhausen wird am Mittwochabend Sergej Prokofjews Klavierkonzert Nr. 1 spielen, begleitet vom Orchester des Peter-Cornelius-Konservatorium (PCK) unter Leitung von Gernot Sahler. Ein ausgesprochen anspruchsvolles Werk, das neben technischen Fähigkeiten intensive musikalische Beschäftigung erfordert, die auch erfahrenere Musiker vor enorme Hürden stellt.
Arne Gieshoff hat in diesem Jahr einen ersten Preis beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" erhalten, dieses Konzert ist eines von vielen, die er seit seinem Erfolg absolviert.
Am Wettbewerb hatte er zum ersten Mal teilgenommen und gleich einen klassischen Durchmarsch hingelegt. Zuvor war er ausschließlich bei internen Vergleichen des Konservatoriums angetreten. Außerdem wurde er in das PCK-Stipendien-Programm "Gruppe der 12" aufgenommen, eine Förderung von jungen Talenten durch zusätzlichen Unterricht bei renommierten Lehrern.
Bundesweite Erfolge hat Arne Gieshoff aber in den vergangenen Jahren vor allem als Komponist feiern dürfen. Vier mal hintereinander war er Preisträger des Bundeswettbewerbs Komposition, den die "Jeunesses Musicales Deutschland" jährlich ausschreibt. Dabei traf er auf Komponisten und Interpreten, die ihm Anregungen gaben und konstruktive Kritik übten. Er nahm Kompositions- und Interpretationskurse bei dem Mainzer Klarinettisten und Komponisten Gerhard Fischer-Münster und lässt sich seit zwei Jahren von dem niederländischen Henze-Schüler Cord Meijering unterrichten. Seine Tonsatz-Fertigkeiten rundet er bei Konrad Georgi ab, der in Mainz am Konservatorium und an der Musikhochschule lehrt. So ließe sich die Liste noch eine Weile weiterführen.
Arne Gieshoff, ein 17-Jähriger als Komponist, Solist und Kammermusiker?"Alles hat seinen Reiz", findet er. "In der Kammermusik muss man sich sehr auf andere verlassen können, als Solist bin ich auf mich und meine Fähigkeiten angewiesen", vergleicht er seine Erfahrungen. Wenn er jetzt sein erstes Konzert mit Orchester gibt, hat er das in besonderer Weise seinem langjährigen Lehrer Uwe Zeutzheim zu verdanken, dessen Schüler er seit 1999 am Konservatorium ist.
Arne Gieshoff weiß die "sehr angenehme Arbeitsatmosphäre" zu schätzen, in der es ihm immer möglich ist, sich weiter zu entwickeln. Sein Lehrer wisse "zu jedem Problem etwas zu sagen, und wenn er einmal nichts sagt, hat das auch seinen Grund".
Neben so viel Musik will auch die Schule noch bewältigt werden. Gerade ist Arne Gieshoff in die Oberstufe des Rabanus-Maurus-Gymnasiums gekommen und hat hier weitere Verpflichtungen. Doch bisher waren schlechte Zensuren kein Thema in seinem Leben. Allerdings nimmt die Schule Zeit in Anspruch. Zeit, die am Üben und Komponieren fehlt.
Vor allem aber an der Freizeit. Partys sind selten aber nicht ausgeschlossen, auch Konzertbesuche gehören zur Ausnahme. Selten kommt es vor, dass er etwa die amerikanische Metal-Band "Dream Theater" live hören kann, die er vor allem wegen ihres musikalischen Anspruchs schätzt. Doch der junge Musiker vermisst nichts. Im Gegenteil: "Ich finde es gut, dass ich etwas habe, wo ich mich voll entfalten kann."
Wiesbadener Kurier 6th of July 2005
Wiesbaden und Region
Erster Preis für Pianist aus Niedernhausen
Arne Gieshoff bei Jugend musiziert erfolgreich
red. NIEDERNHAUSEN Arne Gieshoff aus Niedernhausen hat den ersten Preis beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert in der Solowertung Klavier gewonnen. Der 16-Jährige sitzt seit neun Jahren regelmäßig am Flügel, seit einigen Jahren spielt er außerdem Klarinette und komponiert erfolgreich, wie die Auszeichnung beim Bundeswettbewerb "Komposition der Jeunesses Musicales Deutschland" beweist, einer der vielen Preise, die Gieshoff bereits erhalten hat. Außerdem sang Gieshoff, der als Dreijähriger mit musikalischer Früherziehung begann, den zweiten Sopran im Mainzer Domchor. In seiner noch jungen Karriere blickt der Niedernhausener, der in Mainz zur Schule geht, auf Soloauftritte am Wiesbadener Staatstheater und an der Frankfurter Oper zurück. Er hat bereits CD-Aufnahmen gemacht und Konzertreisen unter anderem nach Polen, Israel und Australien unternommen. Im vergangenen Jahr schaffte er die Aufnahme in die "Gruppe der 12", eine Musikergruppe, die von der Stadt Mainz besondere Förderung erhält. Seit Mai ist der Spross einer Musikerfamilie - Vater und Bruder spielen ebenfalls Klavier, der Onkel baut Geigen, eine Großmutter war Klavierlehrerin und seine Mutter singt im Jazz-Vocal-Ensemble "Le Courage" - Jungstudent am Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz.
Main-Taunus-Kurier vom 16th of March 2004
Lokales Wiesbaden
Der Flügel ist im Dauergebrauch
Mit 15 ist er schon ein Pianist und ein Komponist: Der Niedernhausener Arne Gieshoff
Sabine Schmiedel
Mit drei Jahren erhielt Arne Gieshoff seinen ersten spielerischen Musikunterricht. Inzwischen ist er 15 und kann sich vor Auftritten und Preisen kaum retten. Dabei ist er eher zurückhaltend, fast schüchtern. Besucht man Arne Gieshoff zu Hause, stehlen ihm vordergründig zwei Dinge die Show. Das ist zum einen sein Arbeitsinstrument: der schwarze Flügel, der auf weißen Fliesen im Entree der Niedernhausener Maisonettewohnung der Familie Gieshoff steht. Zum anderen ist es der Blick, den man - am Flügel sitzend - dank vieler großer Fenster über die Taunusausläufer hat. Hier verbringt der 15-jährige Pianist, der eine dreiblättrige musikalische Vita vorweisen kann, einen Großteil seiner Zeit - wenn er denn zu Hause ist. Denn Arne hat einen straff organisierten Wochenplan. Vormittags besucht er die neunte Klasse des Mainzer Rabanus-Maurus-Gymnasiums. Nachmittags ist er meist am Peter-Cornelius-Konservatorium in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt zu finden. Dort hat er dieses Jahr nach mehrmonatigem Probenmarathon und Wettbewerbs-Selektion die Aufnahme in die "Gruppe der 12", einer Musikergruppe, die von der Stadt Mainz besondere Förderung erhält, geschafft. Für 15 Monate erhält der junge Musiker jetzt zusätzlichen Unterricht, Auftrittsmöglichkeiten und kann die Konservatoriumsinstrumente nutzen. Kommt er, "so zwischen 15 und 17 Uhr", nach Hause, stehen täglich Klavier spielen (immer), Hausaufgaben machen (meistens) und Komponieren (immer, auch wenn es dann schon spät ist) an. Da bleibt nicht viel Zeit für andere Hobbys. Seit fünf Jahren lernt Arne noch Klarinette. Zwischendurch sang er als 2. Sopran im Mainzer Domchor. Inklusive Solopassagen am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden, Probenarbeiten für den 2. Knaben in der Zauberflöte an der Frankfurter Oper, Konzertreisen nach Israel, Polen und Australien und CD-Aufnahmen. Angefangen hat alles 1991. Als Dreijähriger besuchte Arne die musikalische Früherziehung. Bis 1996. "Das war viel zu lange", räumt Arne rückblickend ein. Als Siebenjähriger bekam er Klavier-, später Musiktheorie- und Kompositionsstunden. Dass sich der Kompositionsunterricht, sein zweites Steckenpferd, "auszahlt", beweisen zahlreiche Auszeichnungen auf Landes- und Bundesebene. Über die Preise des jährlichen Bundeswettbewerbs Komposition der Jeunesses Musicales Deutschland freut er sich besonders: Teilnahme an Kompositionswerkstätten. Dort gibt es Feedback der Lehrmeister und Erklärungsaustausch unter Gleichgesinnten. Der Flügel ist im Hause Gieshoff übrigens im Dauergebrauch. Wenn Arne ihn nicht "belagert", übt Bruder Tile (Klavier und Gitarre). Auch wenn der 13-Jährige zurzeit lieber dem Basketball hinterher jagt, wie Arne schmunzelnd erzählt. Spielen die Geschwister zusammen? Arne winkt ab. "Das endet meist im Chaos. "Und ab und zu sitzt auch Vater Gieshoff am Flügel. Überhaupt eine musikalische Familie. Der Onkel baut Geigen, eine Großmutter war Klavierlehrerin und Mutter Sabine singt im Jazz-Vocal-Ensemble "Le Courage". Müßig zu fragen, was Arne später mal beruflich machen möchte. Musik natürlich. Die Frage ist nur, wo kann er Musik und Dirigieren gleichzeitig studieren?Und an welcher Hochschule findet er einen Professor, dessen Stil ihm zusagt?Denn da gibt es Unterschiede, erzählt er. Gedanken, die er sich jetzt schon macht, schließlich sind die Aufnahmeprüfungen kein Pappenstiel und "bedürfen einer mehrjährigen Vorbereitung".
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